Uwe, Marlis und Werner Rhode
Familie Nussbaum, die Söhne Justus (links) und Felix (rechts) mit Schulmützen, der Vater Philipp Nussbaum in der Uniform des Gefreiten im Ersten Weltkrieg; Foto im Postkartenformat 1915
Foto: © Museumsquartier Osnabrück
Das 1922/23 errichtete Wohnhaus der Familie Nussbaum ist nicht nur Zeuge des kulturellen und sozialen Selbstverständnisses der Familie des Künstlers. Die Villa war – und ist bis heute - ein wichtiges Baudenkmal für die im Nationalsozialismus vernichtete bürgerliche jüdische Wohn- und Lebenskultur in Osnabrück.
Villa in der Schlossstraße 11, 1925
Foto: © »Osnabrück«, hrsg. v. Friedrich Lehmann, Berlin-Halensee 1928
1922 lässt der Osnabrücker Kaufmann Philipp Nussbaum in der Schloßstraße 11 eine repräsentative Stadtvilla in bester Wohnlage errichten. Das Gebäude prägt bis heute das Quartier.
Villa in der Schlossstraße 11, 1925
Foto: © »Osnabrück«, hrsg. v. Friedrich Lehmann, Berlin-Halensee 1928
Während der NS-Zeit wurde die Familie Nussbaum als jüdische Familie verfolgt und ihrer Rechte beraubt. Die Familie wurde deportiert; die Geschichte der Villa ist damit untrennbar auch Teil dieser Zeit.
»Zu verkaufen« – Villa des Eisenwarenhändlers Philipp Nussbaum, Schoßstraße 11, Osnabrück, 1922 erbaut, Foto Ende der 1980er Jahre
Ende der 1980er-Jahre rückten Felix Nussbaum und die Geschichte der Osnabrücker Jüdinnen und Juden stärker in das öffentliche Bewusstsein. In diesem Zusammenhang gewann auch die Nussbaum-Villa als historischer Ort an Bedeutung. Der geplante Ankauf durch die Stadt scheiterte jedoch aus Kostengründen, woraufhin engagierte Bürgerinnen und Bürger die Felix-Nussbaum-Gesellschaft gründeten, um sich für den Erhalt und eine angemessene Nutzung der Villa einzusetzen.
Villa Schoßstraße 11, Osnabrück, Foto: © MrsMyer / wikipedia
Die Gesellschaft konnte ihr Ziel, der Stadt die Villa als Standort für das Nussbaum-Projekt zu sichern, nicht erreichen. Aufgrund von Lage, Architektur und Bedeutung wurde das Haus zum Spekulationsobjekt und zu einem überhöhten Preis angeboten. Dennoch legte die Gesellschaft ein Nutzungskonzept vor und bot an, Kosten durch Eigenleistungen der Mitglieder zu senken.
Mit dem weiteren Wachstum der Hausverwaltung zieht die Werner Rhode Hausverwaltungen KG am 1. April 2015 in die denkmalgeschützte Nussbaum-Villa in der Schloßstraße 11 ein. Der historische Standort wird seitdem als moderner Verwaltungssitz genutzt – mit digitalen Prozessen, kurzen Entscheidungswegen und einem kontinuierlich wachsenden Team.
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